Die Schlagermusik ist eine Abspaltung der populären Musik mit meist deutschem und oft auch sentimentalem Liedtext. In den 1920 Jahren spaltete sich die Schlagermusik von den populären Operetten ab und entwickelte sich als eigenständige Musikrichtung. Auch der Einfluss von Melodien und Rythmen aus dem Jazzbereich machten sich bemerkbar. Ab etwa 1960 galt dies auch von der Popmusik. Schlager gilt als Gattung der Unterhaltungsmusik und ist bei der breiten Masse beliebt. Darum ist sie auch kommerziell sehr erfolgreich. Triviale Texte mit einfacher Musikstruktur zeichnen den Schlager genau so aus, wie das im Liedtext verlangente Bestehen an Glück und Harmonie. Jedoch ist eine eindeutige Abgrenzung des Schlagers an andere Musikrichtungen schwierig, dies gilt auch gleichermassen für eine genaue Definition.
Geschichtliches zum Schlager
Bereits um 1900 wurden diverse Schlager in einigen Operetten von Wien mit eingebunden. Ein Paradebeispiel für den Schlager ist die Operette “Die Fledermaus” welche von Johan Strauss (Sohn) im Jahre 1874 geschrieben wurde. Paul Lincke’s Operette “Frau Luna”, entstanden im Jahr 1899, zeigte auf, dass auch die Berliner Oprettenszene sich nicht mit der Verwendung von Schlagern verstecken musste. Jahrzehnte lange Ohrwürmer entstammen aus Lincke’s Operetten, so zum Beispiel der Gassenhauer “Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft”. Zum Beispiel auch Musikrichtungen wie der Tango fanden in Operetten ihren Platz. Um 1930 wurde der Schlager noch weiter an die breite Masse herangetragen. Dies machte die schnelle Verbreitung des Tonfilms möglich. Trotz des vielfach trivialer und sehr fragwürdiger Texte, wie zum Beispiel “Mein Onkel Bumba aus Kalumba”, fand der damalige Schlager immer grösserer Beliebtheit. Die aufkommende Emanzipation und Aufklärung der “wilden Zwanziger” trugen bei, dass auch Frivole Texte beim Schlager sich immer grösserer Beliebtheit frönten. Dabei wunderte es nicht, dass die Kirchen gegen diese Musikrichtung die Hand erhoben. Nach 1930 war es aber bald vorbei mit den lustigen Liedtexten. Der Schlager musste im dritten Reich häufig der Proganda und Stimmungsmache herhalten. Auch bekannte Gesichter des Schlagers mussten für die Propagandamache herhalten.
Die Neuentdeckung des Schlagers
Nach dem zweiten Weltkrieg, als immer mehr Radiostationen bewilligt wurden, begann auch die Musikindustrie wieder zu rotieren. Auch der Schlager kam allmählich wieder auf die Beine. Berühmt wurden zu dieser Zeit auch einfache Faschingslieder, welche sie über diese Zeit hinaus etaplierten. Auch Kabarettisten versuchten sich an dem meist freudigen und saloppen Liedgut, unterschiedliche Themenbereiche wurden im Schlager angeschnitten. Bereiche wie Chansons wurden auch dem Schlager unterstellt. Viele heute noch bekannte Interpreten hatten in dieser Epoche ihre Blütezeit. Das Wirtschaftswunder in den 60er Jahren ermöglichte es der breiten Masse auch mal Ferien im Ausland, zum Beispiel in Italien, zu geniessen. Auch der Schlager lenkte da ein und viele Fernweh behaftete Songs wurden komponiert und fanden sehr grosse Beliebtheit.
Der Schlager ab den 70er Jahren
Auch immer mehr ausländische Interpreten drängten mit Deutschen Schlagern auf den Markt. So sei zum Beispiel Nana Mouskouri, Bill Ramsey, Gus Backus oder Cliff Richard genannt. Diese und unzählige weitere Musiker liessen sich den Erfolg des Schlagers nicht entgehen. Seine Blütezeit hatte der Schlager wischen 1950 und 1970. Die in den 80er Jahren beginnende Ära der “Neuen Deutschen Welle”, den man nicht einstimmig als Schlager betiteln konnte, liessen aber den Schlager etwas verblassen.